Glossarium

ANALYTISCHE STATISIK
Auch schließende Statistik, basierend auf der Wahrscheinlichkeitstheorie werden mittels statistischer Berechnungen statistische Regelmäßigkeiten im Versuch gesucht.

APOMIXIS
Normalerweise entwickeln sich Früchte nur dann bis zur Reife, wenn sie lebende Samen enthalten.
Zahlreiche Birnensorten (z.B. ‘Willams Christ‘) bilden – oft nach Blütenfrösten oder nach Behandlung mit bestimmten Wachstumsregulatoren – samenlose Früchte aus, die aber meist nicht mehr sortentypisch geformt sind (Kelchbuckel). Samenlose (parthenokarpe) Früchte besitzen auch die modernen Bananensorten und einige Citrus-Arten.
Bei einigen Obstarten, z.B. bei einigen Brombeer- und Walnußsorten, wachsen ohne Befruchtung samenhaltige Früchte heran. Man unterscheidet dabei die Phartenogenese, die Apogamie und die Adventivembryonie. Zusammenfassend bezeichnet man diese Erscheinungen als Apomixis.

ARITHMETISCHES MITTEL
Auch Mittelwert, die Summe aller Messwerte wird durch die Anzahl aller Messwerte geteilt.

BEFRUCHTUNG
Bei der Verschmelzung eines Pollenkerns mit der Eizelle im Fruchtknoten (beide mit einfachem Chromosomensatz) entsteht die befruchtete Eizelle, die Zygote. Sie beginnt unmittelbar mit der Zellteilung und wird damit zum Embryo, dem Keimling. Die Verbindung des Embryosackkerns im Fruchtknoten mit einem zweiten Pollenkern führt zur Entwicklung des Nährgewebes (Endosperms) für den Keimling. Beide Vorgänge zusammen bezeichnet man als doppelte Befruchtung. Bei den meisten Obstarten vergehen zwischen Bestäubung und Befruchtung 1 bis 4 Tage; warme Witterung fördert das Pollenschlauchwachstum.

BEFRUCHTUNGSVERHÄLTNISSE BEI OBSTARTEN
Die meisten empfohlenen Sorten benötigen eine Fremdbefruchtung durch Pollen anderer Sorten derselben Obstart, die zur gleichen Zeit blühen. Bei Süßkirschen ist überdies auf die sog. Intersterilität zu achten, d.h., es gibt Gruppen von Sorten, die sich wegen ihrer nahen Verwandtschaft nicht gegenseitig befruchten. Einige Sorten oder Obstarten sind weitgehend oder teilweise selbstfruchtbar (selbstvertil).

nicht selbstfruchtbarteilweise selbstfruchtbar
Äpfel
Birnen
Quitten
Mirabellen
Süßkirschen
Haselnüsse
Ebereschen (Apomixis)
Pflaumen, Zwetschen
Walnüsse (Apomixis häufig)
Rote Johannisbeeren
Schwarze Johannisbeeren
Kulturheidelbeeren

Alle übrigen Obstarten, d.h. Misteln, Sauerkirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Schwarzer Holunder, Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren, gelten als selbstfruchtbar; einzelne Sorten können auch selbststeril sein. Die Ertragssicherheit in geschlossenen Anlagen wird erhöht, wenn man im Abstand jeder 4. oder 5. Pflanze eine Reihe Pflanzen einer anderen Sorte setzt.


BESTÄUBUNG
Die Übertragung des Blütenstaubs (Pollens) auf die Narbe derselben oder einer anderen Blüte bezeichnet man als Bestäubung. Den Transport übernehmen bei Obstpflanzen Insekten (Honigbienen, Hummeln) oder der Wind (Anemogamie bei Haseln und Walnüssen). Selbstbestäubung führt nur bei wenigen Obstarten zu einer Befruchtung; auch bei selbstfruchtbaren (selbstfertilen) Obstarten ist die Fremdbefruchtung erwünscht: Die Früchte setzen sicherer an, und sie werden größer.


BLÜTENSTÄNDE BEI OBSTARTEN
Corylus avellana einhäusig, weiblich zu 1 bis 4 in Thyrsen, männlich in vielblütigen Kätzchen (Thyrsen)
Cydonia oblonga Blüten einzeln, endständig
Juglans regia einhäusig, weiblich zu 1 bis 3 in Thyrsen, männlich in vielblütigen Kätzchen (Thyrsen), Kätzchen meist zu mehreren vom vorjährigen Holz
Malus sylvestris mehrblütige Trugdolde (Gipfel-, Königsblüte öffnet sich als erste)
Prunus armeniaca Blüten meist einzeln
Prunus avium vielblütige, sitzende Dolde
Prunus cerasus sitzende Dolde mit 3 oder 4 Blüten
Prunus domestica 1 bis 3 Blüten in doldenartigen Büscheln
Prunus persica Blüten einzeln oder zu zweien (Dolde)
Pyrus communis mehrblütige Doldentraube (blüht von unten her auf)
Ribes multiflorum bis 50 Blüten in Trauben
Ribes nigrum 4 bis 10 Blüten in Trauben oder trugdoldigen Büscheln
Ribes petraeum vielblütige Trauben
Ribes rubrum vielblütige Trauben
Ribes uva-crispa 1 bis 3 Blüten in Trauben
Rubus discolor vielblütige Rispen
Rubus idaeus achsel- oder endständige Trauben oder Rispen
Rubus laciniatus vielblütige Rispen
Rubus strigosus vielblütige Rispen
Sambucus nigra vielblütige (bis 300) Pleiochasien
Vaccinium corymbosum vielblütige Doldentraube, meist endständig zu mehreren zusammen


BOTANISCHE NAMEN
Alle Pflanzen tragen einen botanischen Namen. Er besteht aus einem großgeschriebenen Gattungsnamen (genus) und dem Artnamen (spezies) in Kleinschreibung, z.B. Malus sylvestris. Diese sog. binäre Nomenklatur (= doppelte Benennung) hat der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707 bis 1778) entwickelt. Oft findet sich hinter dem Artnamen noch die Abkürzung von Eigennamen (z.B. L., Sieb. Et zucc.); sie weist auf die Botaniker hin, deren Beschreibung für die Benennung der Art bestimmend war.
Die botanischen Namen gehen meist auf lateinische oder griechische Bezeichnungen oder latinisierte Eigennamen zurück. Sie bilden eine wesentliche Grundlage für die internationale Verständigung. Im Gegensatz dazu sind die deutschen Bezeichnungen, insbesondere aber die volkstümlichen Namen der Pflanzenarten mißverständlich, mehrdeutig oder gar für mehrere Pflanzenarten zutreffend. Um Mißverständnisse auszuschließen, wird in wissenschaftlichen Arbeiten hinter der deutschen Bezeichnung stets der vollständige botanische Name (einschließlich Autor) angegeben, z.B. Apfel (Malus sylvestris Mill.).

Botanische Namen der Obstarten (nach ERHARDT et al., 2000):

Kernobst:
Apfel Malus domestica Borkh.
Birne Pyrus communis L.
Quitte Cydonia oblonga Mill.
Mispel Mespilus germanica L.
Eberesche Sorpus aucuparia L. 'Edulis'

Steinobst:
Sauerkirsche Prunus cerasus L.
Schattenmorelle Prunus cerasus L. ssp. acida Asch. et Graebn.
Süßweichsel, Morelle Prunus cerasus L. var. austera L.
Glaskirsche, Amarelle Prunus cerasus L. var. cerasus
Maraschkakirsche Prunus cerasus L. var. marasca (Host) Vis.
Süßkirsche Prunus avium (L.) L.
Knorpelkirsche Prunus avium (L.) L. var. duracina Schübl. et Martens
Herzkirsche Prunus avium (L.) L. var. juliana Schübl. et Martens
Pflaume, Zwetsche Prunus domestica L.
Reneklode Prunus domestica L. ssp. italica (Borkh.) Gams
Mirabelle Prunus domestica L. ssp. syriaca (Borkh.) Janch.
Kirschpflaume, Myrobalane Prunus cerasifera Ehrh.
Pfirsich Prunus persica (L.) Batsch
Aprikose Prunus armeniaca L.

Schalenobst:
Walnuß Juglans regia L.
Schwarznuß (Unterlage) Juglans nigra L.
Haselnuß (Zellernuß) Corylus avellana L.
Lambertsnuß Corylus maxima Mill.

Beerenobst:
Johannisbeere
Rote und Weiße J. Ribes rubrum L., Ribes multiflorum Kit. ex
Roem. et Schult., Ribes petraeum Wulfen, Ribes spicatum
Robson
Schwarze J. Ribes nigrum L.
Stachelbeere Ribes uva-crispa L.
Himbeere Rubus idaeus L., Rubus strigosus Michx.
Brombeere Rubus fruticosus L., Rubus laciniatus Willd.
Brombeerhybriden Rubus loganobaccus L.H. Bailey
(Loganbeere u.ä.)
Kulturheidelbeere Vaccinium corymbosum L.
Schwarzer Holunder Sambucus nigra L.

Erdbeeren: Fragaria x ananassa (Duchesne) Guedes
Monatserdbeere Fragaria vesca L. var. hortensis (Duchesne) Staudt 'Semper-
florens'


DESKRIPTIVE STATISTIK
Auch beschreibende Statistik, die Daten werden in Tabellen, Graphischen Darstellungen und charakteristischen Maßzahlen dargestellt.

DICHTEMITTEL
Auch Modalwert, Wert, der in einer Beobachtungsreihe am häufigsten auftritt. Bei Klassenbildung liegt der Wert in der Klasse, in der die Messwerte am dichtesten sind. Kommt jeder Messwert nur einmal vor, gibt es kein Dichtemittel.

EINFAKTORIELLER VERSUCH
Je Versuch kann nur ein Faktor variiert werden, z.B. ”Sorten” = 10 Sorten.

ERNTE
Sie richtet sich nicht nach den augenblicklichen Gegebenheiten des Marktes oder des Betriebes, sondern ist ausschließlich abhängig von den Erfordernissen des Versuches, wobei die Erzeugung einer marktgerechten Ware zu berücksichtigen ist.

FEHLSTELLE
Bezeichnet den Ausfall von einzelnen Pflanzen innerhalb einer Parzelle. Je Parzelle kann ein Ausfall bis 25%, bei einer 3-Baumparzelle bis 33% - unter Berücksichtigung der Fehlstellenrandwirkung – über den verbliebenen Mittelwert ausgeglichen werden. Bei höherem Fehlstellenanteil ist die Parzelle als ”Fehlparzelle” anzusehen und eine Ausgleichsrechnung (z.B. Kovarianzanalyse) über den ganzen Versuch durchzuführen. Besonderes Augenmerk ist auf die Feststellung der Fehlstellen zu richten. Durch die Versuchsfrage bedingte Ausfälle sind keine Fehlstellen (z.B. Pflanzen sterben ab, weil in einem Düngungsversuch die Konzentration zu hoch war oder in einem Sortenversuch eine sortenbedingte Empfindlichkeit vorliegt).

INTERVALLSKALA
Abstände zwischen den Merkmalsausprägungen werden festgehalten, gleiche Differenzen auf der Skala entsprechen gleichen Differenzen beim untersuchten Merkmal. [Kontinuierliche Skala] =>Messwerte
Beispiel: Eine Temperaturschwankung von –3 bis +6° C ist so groß wie die von +20 bis +29° C, nämlich 9°.

KULTURPERIODE
Auch Kulturdauer, umfaßt immer den Zeitraum vom Beginn bis zum Ende einer Kultur. Sie kann sich über mehrere Monate (einjährige Erdbeeren) oder über mehrere Jahre (Kernobst) hinziehen.

LAUFZEIT
eines Versuches ist die Versuchsdauer, sie kann (und sollte) mehrere Vegetationsperioden umfassen.

MERKMALSFESTSTELLUNGEN
Bonitierungen bzw. Messungen werden für alle Parzellen gleichmäßig durchgeführt. Bonitierungen werden entsprechend den internationalen Vereinbarungen von ” 1 ” bis ” 9 ” unterteilt, wobei 1 die geringste und 9 die stärkste Ausprägung eines Merkmals angibt (Intensitätsgrad eines Merkmals). Die gewählte Skaleneinteilung ist anzugeben, um ein Maß für die gewählte Unterteilung zu haben. Als Zwischenwerte dürfen nur ganze Zahlen gegeben werden (z.B. 2 – 4 – 6 – 8). Merkmalsfeststellungen sind nicht nur verbale Bewertungen (z.B. Farbmerkmale), sondern auch Zahlenzuordnungen (z.B. Bonitierungsskala 1 bis 9), reguläre Messungen (wie Länge in cm oder Gewicht in g) und Zählungen (z.B. Ertrag in Stück je m²).

MEHRFAKTORIELLER VERSUCH
Je Versuch werden gleichzeitig mehrere Faktoren geprüft; z.B. das Verhalten von ”10 Sorten” (Faktor A = Sorten), bei Verwendung von ”3 Unterlagen” (Faktor B = Unterlagen) für jede Sorte, bei Anwendung von ”2 Düngungsstufen” (Faktor C = Düngungshöhe) für jede Unterlage bei jeder Sorte (insgesamt 60 Prüfglieder). Bei allen Faktoren müssen alle Stufen besetzt sein.

MESSPUNKTE
sind genau festzulegen und zu begründen; z.B. Messung des Stammdurchmessers in einer bestimmten Höhe über dem Boden oder der Veredlungsstelle.

NOMINALSKALA
Verschiedene Kategorien ohne Zwischenstufen, die einzelnen Kategorien müssen voneinander getrennt sein (Klassen, Merkmalsausprägungen), Zwischenstufen sind nicht möglich, die Daten können nicht in eine wertende Reihenfolge gebracht werden. [Diskrete Skala] => Häufigkeiten
Beispiel: Geschlecht (männlich – weiblich), Farben (gelb, rot, blau, grün, braun)

ORDINALSKALA
Vergleichbare aber voneinander getrennte Eigenschaften, die erhobenen Daten können in eine (wertende) Rangfolge gebracht werden, sie lassen sich nach Größe, Stärke oder Intensität anordnen. [Diskrete Skala] => Rangplätze
Beispiele: Handelsklassen (I, II, III), Benotung: (sehr gut – mangelhaft), Blütenbonitur (keine Blüten – extrem starker Blütenansatz)

PARZELLE
Auch Teilstück, ist die kleinste in sich gleichmäßig behandelte Flächeneinheit eines Versuches zu verstehen, die zudem mit mehreren Pflanzen besetzt ist. Parzellenwert (Parzellenertrag) ist entweder die Summe der Einzelwerte aller Pflanzen je Parzelle (Einzelpflanzenernte) oder die Gesamternte einer Parzelle.
Die Parzellen als Teilstücke eines Versuchs sind so zu verteilen, daß die Prüfglieder innerhalb jedes Blocks möglichst gleichen Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Die Verteilung der Parzellen hat als "zufallsmäßige" bzw. "gerechte zufallsmäßige" Blockanlage zu erfolgen.

PFLANZENANZUCHT
ist die Anzucht der für den entsprechenden Versuch vorgesehenen Pflanzen.

PFLANZJAHR
Als (1. Standjahr) gilt das Jahr, in dem die Pflanzen das erste Laub nach dem Pflanztermin hatten (1. Vegetationsperiode nach der Pflanzung).

POMOLOGIE - OBSTSORTENKUNDE
Im 19. Jahrhundert haben in Deutschland gelehrte Liebhabergärtner, wie CHRIST, DIEL, JAHN, LUKAS und OBERDIECK, die Obstsorten, insbesondere die Apfel- und Birnensorten, eingehend beobachtet und untersucht. Die systematische Einteilung, Ordnung und Beschreibung von (Kern-) Obstsorten bezeichnet man als Pomologie. Derselbe Begriff wird auch für Obstsortenbeschreibungen verwendet, deren deutsches Standardwerk von KRÜMMEL, GROH und FRIEDRICH (1960) bearbeitet worden ist.
Zusammen mit mehreren Gleichgesinnten hat E. LUCAS im Jahre 1860 in Reutlingen den Deutschen Pomologenverein und parallel dazu das erste deutsche pomologische Institut gegründet. Die Breitenwirkungen dieser Institutionen blieb gering, weil der Sortengedanke vor wirtschaftlichen Überlegungen bestimmend war.
Heute wird die Sortenkunde in der Praxis eher unterbewertet, weil man bemüht ist, auch unterschiedliche Sorten im Anbau möglichst gleichartig zu behandeln.

PRÜFGLIED
Auch Versuchsglied oder Variante, umfaßt alle Parzellen eines Versuches, die einer gleichen Behandlung unterworfen werden. Die Summe aller Prüfglieder bildet den Gesamtversuch. Prüfglieder unterscheiden sich voneinander durch unterschiedliche Behandlungen (Sorten, Düngungen, Kulturmethoden usw.).

QUANTILE/QUARTILE
Grenzen, bei denen eine bestimmte Prozentzahl an Messwerten unterhalb des angegebenen Wertes liegen. So ist das Quantil als Punkt definiert, wo genau 25% (unteres Quartil) bzw. 75% (oberes Quartil) der Messwerte darunter liegen. Hier kann jede beliebige Grenze angegeben werden, z. B. 95%-Quantil oder 60%-Quantil.

RANDSTREIFEN
Auch Randreihen oder Randparzellen, dienen der Abschirmung der einzelnen Parzellen untereinander und/oder zum Schutz gegenüber äußeren Einflußfaktoren.

SORTEN
Systematische Einheiten innerhalb einer Pflanzenart, meist herausgestellt auf Grund bestimmter für den Anbau, den Markt oder den Verbrauch wertvoller Eigenschaften. Neue Obstsorten entstehen durch Auslese aus Sämlings- oder Typengemischen, durch (gezielte) Kreuzung, durch Mutation oder Manipulationen an der genetischen Substanz der Pflanzen (z.B. Colchizinbehandlung).
Sorten sollen in der Ausprägung ihrer bestimmenden Merkmale beständig sein, Neueinführungen sollten eine Verbesserung im Vergleich zu vorhandenen Sorten darstellen.
Die meisten Obstsorten können wegen ihres komplizierten Erbganges nur vegetativ vermehrt werden, z.B. durch Veredeln oder mit Steckholz. Die Aussaat ergibt meist eine den Wildarten ähnliche Mischpopulation, die nur ausnahmsweise, z.B. als Veredlungsunterlagen (Sämling), im Anbau unmittelbar genutzt werden kann.
Sortennamen werden grundsätzlich in einfache Anführungsstriche gesetzt (‘...‘) und stets großgeschrieben, auch wenn der Name aus mehreren Wörtern besteht, z.B. ‘Große Grüne Reneklode‘.

SPANNWEITE
Auch Variationsbreite/Interquartilabstand, Länge des Bereichs, in dem ein definierter Teil der Werte liegt. Variationsbreite: 100% der Werte
Interquartilabstand: Spanne zwischen unterem und oberem Quartil (50% der Werte).

STANDARDABWEICHUNG
Positive Quadratwurzel aus der Varianz  je kleiner die Standardabweichung ist, desto weniger streuen die Einzelwerte um den Mittelwert.

STANDARDFEHLER (MITTLERER FEHLER)
Der aus unseren Messwerten errechnete Mittelwert ist eine mehr oder weniger genaue Schätzung des “wahren Mittelwertes” der Grundgesamtheit. Der Standardfehler gibt an, wie groß etwa die Streuung unseres errechneten Mittelwertes um den wahren Mittelwert der Grundgesamtheit ist.

STELLUNG DES FRUCHTKNOTENS
Oberständig (hypogyn): Berberitze, Himbeere, Brombeere
Mittelständig (perigyn): Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Aprikose, Sanddorn
Unterständig (epigyn): Apfel, Birne, Quitte, Holunder, Johannisbeere, Stachelbeere, Heidelbeere, Preiselbeere, Moosbeere

VARIANZ
Summe der Abweichungsquadrate aller Messwerte einer Verteilung von ihrem Mittelwert, dividiert durch n – 1.

VARIATIONSKOEFFIZIENT
Ermöglicht die Vergleichbarkeit der Streuung mehrerer Stichproben mit verschiedenen Mittelwerten, er drückt das Verhältnis der Standardabweichung zum Mittelwert in Prozent aus.

VEGETATIONSPERIODE
umfaßt innerhalb eines Jahres die Zeit vom Beginn bis zum Abschluß des oberirdischen Wachstums.

VERHÄLTNISSKALA
Sowohl die Differenz als auch das Verhältnis (Quotient) zweier Meßwerte kann verwendet werden, da der Beginn der Skala nicht willkürlich festgelegt, sondern eindeutig definiert wurde. [Kontinuierliche Skala] => Messwerte
Beispiel: Merkmal Länge, gemessen in Zentimeter: Die Länge 80 cm ist doppelt so lang wie 40 cm, der Quotient ist 2. (Zum Vergleich: 32° C sind nicht doppelt so warm wie 16° C, aber 300° Kelvin sind -physikalisch betrachtet- doppelt so warm wie 150° Kelvin, weil hier der Bezugspunkt der absolute Nullpunkt ist und nicht der Gefrier-punkt des Wassers)

VORBEHANDLUNG
ist die einheitliche Behandlung der zukünftigen Versuchspflanze vor Versuchsbeginn. Eine unterschiedliche Behandlung wär bereits eine Versuchsbehandlung.

VORKULTUR
Auch Vorfrucht, ist die vor Versuchsdurchführung auf der Versuchsfläche angebaute Kultur. Vorkultur ist also nicht die Anzucht für den durchzuführenden Versuch.

WIEDERHOLUNGEN
Auch Blöcke, je Prüfglied werden mehrere Parzellen angelegt – z.B. 4 -, so spricht man von 4 Wiederholungen. Wird je Prüfglied nur 1 Parzelle angelegt, so handelt es sich um einen Versuch ohne Wiederholungen. Ein Versuch ”mit” Wiederholungen muß also mindestens 2 Parzellen je Prüfglied enthalten. Bei einfaktoriellen Versuchen sollen mindestens 4 Wiederholungen verwendet werden, bei mehrfaktoriellen Versuchen genügen meistens 2 Wiederholungen.

ZENTRALWERT
Auch Median, halbiert die nach der Größe geordnete Folge der Einzelwerte, so dass gleich viele Werte unterhalb und oberhalb des Medians liegen. Bei gerader Anzahl von Messwerten ergibt sich der Median aus dem arithmetischen Mittel der beiden mittleren Einzelwerte.

Arbeitskreis Obstbauliche Leistungsprüfung
im Verband der Landwirtschaftskammern e.V., Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn


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